Staatliche Abgaben verteuern Strom



Osterode am Harz, 19. November 2012

Gesetzlich bedingt erhöhen sich zum Jahresbeginn die EEG-Umlage, die §19 StromNEV-Umlage und die KWK-Umlage. Neu eingeführt wird zudem eine staatliche Offshore-Haftungsumlage. Durch den verstärkten Netzausbau zum Anschluss erneuerbarer Energien legen auch die Netzentgelte zu. Die Strompreise der Harz Energie erhöhen sich dadurch zum 1. Januar um 3,18 Cent/kWh brutto.
 
Dass die Kunden der Harz Energie von den Umlagenerhöhungen nicht in vollem Umfang getroffen werden, liegt daran, dass das Unternehmen für das kommende Jahr Einsparungen im Stromeinkauf erzielen konnte. „Wir geben diese Kostenvorteile in vollem Umfang an unsere Kunden weiter und können die Preiserhöhung damit etwas abfedern“, berichtet Harz Energie-Geschäftsführer Dr. Hjalmar Schmidt.
 
Schmidt betont, dass Harz Energie keinen Einfluss auf die Höhe der Umlagen habe. “Ohne die staatlichen Mehrbelastungen und die Kosten des Netzausbaus hätten wir die Strompreise sogar senken können“.
Für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh erhöhen sich die monatlichen Stromkosten um 3,98 Euro, eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh muss mit Mehrkosten von 10,60 Euro im Monat rechnen.
Weitere Strompreiserhöhungen in 2013 schließt Schmidt aus: “Bis mindestens Ende 2013 bleiben die Strompreise der Harz Energie stabil.“ Erfreulich ist auch, dass die Erdgaspreise über die komplette Heizperiode unverändert bleiben.
 
„Wir wissen, dass Energiekosten für viele Kunden eine große Belastung sind“, ergänzt Artur Schiller, verantwortlich für die Energieberatung bei Harz Energie. „Deshalb unterstützen wir sie auch weiterhin dabei, diese möglichst gering zu halten. Zum Beispiel mit kostenlosen Energieberatungen, in denen unsere Kunden erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, den Energieverbrauch zu senken.“
 
Der Anteil der staatlichen Steuern und Abgaben am Strompreis für Privatkunden wird im kommenden Jahr voraussichtlich erstmals auf mehr als 50 Prozent steigen. Die eigentlichen Leistungen, also Strombeschaffung, Verkauf und Service bestimmen den Strompreis für private Haushalte dann nur noch zu knapp einem Drittel. Dazu kommen die von den Behörden regulierten Netzentgelte für den Transport (ca. 20 Prozent).
 
Die Gesamtsumme staatlicher Steuern und Abgaben bei Strom wird laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in 2013 auf über 30 Mrd. Euro ansteigen. Das ist 13 Mal mehr als noch im Jahr 1998. Noch nicht berücksichtigt ist dabei die Mehrwertsteuer.

 

Ablesung der Zähler nicht notwendig

Die Abgrenzung des Verbrauches nach alten und neuen Preisen wird Harz Energie zeitanteilig vornehmen. Diese Verbrauchsabgrenzung hat sich bewährt und ist sehr zuverlässig. Kunden können Ihren Zählerstand per 31.12.012 aber auch ablesen und bis zum 11.01.13 mitteilen: online unter www.harzenergie.de/onlineservice, per Telefax, Brief oder Postkarte oder auch telefonisch.

So setzt sich der Strompreis zusammen

 

Hintergrund

Am stärksten ins Gewicht fällt 2013 die Erhöhung der gesetzlichen Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage).  Über diese werden die Mehrkosten für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien bundesweit auf alle Stromkunden umgelegt. Außerdem erhöht der Gesetzgeber die KWK-Umlage zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung und die §19 StromNEV-Umlage, mit der energieintensive Industrieunternehmen von den Netzentgelten befreit werden. Zusätzlich  eingeführt wird zum 1.1.2013 eine Offshore-Umlage. Durch einen Strompreisaufschlag sollen die Betreiber von Offshore-Windparks finanziell abgesichert werden, wenn diese wegen Verzögerungen beim Netzanschluss keinen Strom liefern können.

1. EEG-Umlage

Die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz beträgt aktuell 3,592 Cent/kWh und steigt zum Jahreswechsel auf 5,277 Cent/kWh (jeweils zzgl. Mehrwertsteuer). Die Abkürzung EEG steht für das Erneuerbare-Energien-Gesetz.  Besitzer von Solaranlagen, Windparks oder anderer Anlagen, die Strom auf  Basis erneuerbarer Energien produzieren, erhalten für  einen festen Zeitraum von 20 Jahren die Garantie, das der von Ihnen produzierte Strom zu einem festen Preis vergütet wird. Diese Vergütung liegt über dem Marktpreis.  Die Mehrkosten dieser Stromproduktion werden als so genannte  EEG-Umlage über die Stromrechnung auf alle Stromkunden umgelegt. Stromintensive Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen von der EEG-Umlage entlastet oder ganz ausgenommen werden. Damit will die Bundesregierung die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit einem hohen Stromverbrauch sichern. Die Ausnahmeregelungen stehen jedoch zunehmend in der Kritik. Dieses Jahr sollen mehr als 2.000 Betriebe einen Antrag auf Entlastung gestellt haben. Mit jeder zusätzlichen Ausnahme erhöht sich die EEG-Umlage für die übrigen Verbraucher, weil   sich die Finanzierungslast damit auf weniger Schultern verteilt.

2. KWK-Umlage

Zum 1.1.2013 erhöht der Gesetzgeber die KWK-Umlage von 0,002 Cent/kWh auf 0,126 Cent/kWh. Zweck des zugrunde liegenden Gesetzes ist es, den Anteil der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu erhöhen.  Die Vergütung, die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten, wird auf alle Stromverbraucher umgelegt.

3. §19- StromNEV-Umlage

Die §19 StromNEV-Umlage erhöht sich zum 1.1.2013 von  0,151 Cent/kWh  auf 0,329 Cent/kWh (jeweils zzgl. Mehrwertsteuer). Über die §19-Umlage werden energieintensive Industrieunternehmen, die jährlich mindestens 7.000 Benutzungsstunden aufweisen und mehr als zehn Gigawattstunden verbrauchen, von den Netzentgelten befreit. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit besonders stromintensiver Industriezweige gesichert werden. Die Kosten werden auf alle Stromverbraucher bundesweit umgelegt.

4. Offshore-Haftungsumlage

Erstmals erhoben wird ab 1.1.2013 eine Offshore-Haftungsumlage. Diese beträgt 0,25 Cent/kWh (zzgl. Mehrwertsteuer). Durch den gesetzlichen Strompreisaufschlag sollen die Betreiber von Offshore-Windparks finanziell abgesichert werden, wenn diese wegen Verzögerungen beim Netzanschluss keinen Strom liefern können.

5. Netznutzungsentgelte

Außerdem erhöhen sich die Netzentgelte im Niederspannungsnetz von 6,087 Cent/kWh auf 6,824  Cent/kWh (Basis: Durchschnitts-verbrauch 3.500 kWh/anno). Netznutzungsentgelte werden von allen Netzbetreibern für den Transport und die Verteilung der Energie erhoben. Sie werden durch die Bundesnetzagentur geprüft. Die Erhöhung ist begründet durch eine Preiserhöhung der vorgelagerten Netzentgelte um mehr als 50 Prozent, was von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern mit höheren Netzausbaukosten durch die Energiewende begründet wird. 
 

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