Vertragsunterzeichnung für die Gründung der Gemeindewerke Bovenden GmbH & Co. KG



Osterode am Harz/Bovenden, 25. August 2011

Um auch zukünftig die Energie- und Wasserversorgung in Bovenden bürgernah und mit kommunalem Einfluss zu gewährleisten, werden die bislang als Eigenbetrieb geführten Gemeindewerke Bovenden in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Nach intensiven Beratungen hat der Bovender Gemeinderat diesen Beschluss im Mai einstimmig verabschiedet. Nachdem nun auch die entsprechenden vertraglichen Inhalte konkretisiert worden sind, konnte jetzt die Unterzeichnung der Verträge im Rathaus Bovenden erfolgen.

Der Flecken Bovenden wird mit 60 Prozent Hauptgesellschafter des neuen Unternehmens. Mit der SWN Stadtwerke Northeim GmbH und der Harz Energie GmbH & Co. KG, die Anteile von jeweils 20 Prozent erwerben, hat man zwei strategische Partner gefunden, um auch in Zukunft in der Region mit Kompetenz und Nähe die Energie- und Wasserversorgung zu gewährleisten.

In gleicher Weise ist ein weiterer Ratsbeschluss aus dem Mai zu werten, die Konzession für die Stromnetze der Ortschaften Emmenhausen, Harste, Lenglern, Reyershausen, Billingshausen und Spanbeck den Gemeindewerken Bovenden zu übertragen und die Netze zu erwerben. Das Stromnetz in Bovenden und Eddigehausen gehört bereits den Gemeindewerken.

Bovendens Bürgermeisterin Heidrun Bäcker begründete diese „historischen“ Beschlüsse mit  immer weiteren Veränderungen im Energiemarkt. Die Liberalisierung des Energiemarktes einerseits, verbunden mit einer intensiven Regulierung andererseits, erschwert kleinen Stadt- und Gemeindewerken das Wirtschaften. Immer mehr Beratungsbüros mussten eingeschaltet, Dienstleistungsverträge abgeschlossen werden. „Diese Herausforderung waren für die Gemeindewerke allein nicht mehr zu stemmen“, so die Bürgermeisterin, die den kommunalen Einfluss auf diesem Gebiet aber für immens wichtig hält. 

„Regulierung und schärferer Wettbewerb haben den Kostendruck für unsere Branche drastisch erhöht“ sieht auch Harz Energie-Geschäftsführer Dr. Hjalmar Schmidt. „Regionale Kooperationen sind da ein guter Weg, um wettbewerbsfähig zu bleiben." Für Dirk Schaper, Geschäftsführer der Stadtwerke Northeim (SWN), ist es wichtig, den Bürgern langfristig eine sichere Versorgung vor Ort zu fairen und marktgerechten Preisen anbieten zu können. „Dies wird immer schwerer“, so Schaper, „ein Zusammenhalt ist ein guter Schritt, der Verantwortung für die Region gerecht zu werden. Stadt- und Gemeindewerke gehören zu den bedeutenden Wirtschaftsfaktoren in der Region, diese gilt es dauerhaft zu erhalten.“

Der Werkleiter der Gemeindewerke Bovenden, Willi Fricke, erläuterte, dass die Gemeindewerke und die SWN bereits auf eine jahrzehntelange gute Nachbarschaft zurückblicken können. In diesem Zusammenhang nannte er auch die Kooperation beider Unternehmen auf technischer Ebene, wonach die SWN seit mehreren Jahren den Bereitschaftsdienst in Bovenden gewährleistet und vor zwei Jahren die technische Betriebsführung übernommen hat.

Künftig wird die Kooperation auf alle Unternehmensbereiche ausgeweitet. Im Rahmen eines Personalgestellungsvertrages werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bovenden und Northeim eng zusammenarbeiten und damit Synergieeffekte erzielen, ist sich Schaper sicher. Die technische und kaufmännische Abwicklung einschließlich Geschäftsführung erfolgt für das neue Unternehmen durch die SWN Stadtwerke Northeim GmbH. Der Kämmerer und Erster Gemeinderat des Flecken Bovenden, Thomas Brandes, wird zum 2. Geschäftsführer bestellt, um weiterhin eine enge Verzahnung der Gemeindewerke mit dem Flecken Bovenden zu gewährleisten.

In Bovenden verbleibt das technische Personal einschließlich der Meisterebene. Außerdem wird in Bovenden eine kaufmännische Fachabteilung, zuständig für Northeim und Bovenden sowie ein Kundenbüro eingerichtet. „Die Gemeindewerke bleiben ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Bovenden“, betont Bürgermeisterin Bäcker – dazu gehöre auch die umfassende persönliche Kundenberatung am Ort. Zudem werden die Gemeindewerke ihr Liefergebiet für Energie vergrößern. Ab 2012 wird es die derzeitigen örtlichen Liefergrenzen nicht mehr geben – auch die Bürger in Bovendens Ortsteilen Emmenhausen, Harste, Lenglern, Reyershausen, Billingshausen und Spanbeck sowie darüber hinaus werden dann die Möglichkeit erhalten, Energie von den Gemeindewerken Bovenden zu beziehen.

Nach Bäckers Worten hat der Gemeinderat drei Jahre lang intensiv nach Lösungen gesucht, „damit unsere Gemeindewerke auch in Zukunft ihren Aufgaben gerecht werden können.“ Um die Gemeindewerke Bovenden weiterzuentwickeln und in ihrer Struktur langfristig zu stärken, hat man sich für den jetzt eingeschlagenen Weg entschieden. „Mit unseren strategischen Partnern haben wir uns für die beste Lösung entschieden“, so Bäcker, die besonders erfreut feststellte: „Alle politischen Parteien haben für die Zukunft des Flecken Bovenden an einem Strang gezogen.“
 

 

 
 

Stellten das Konzept vor (von links): Willi Fricke (Werkleiter Bovenden), Geschäftsführer Dr. Hjalmar Schmidt, kaufmännischer Leiter Konrad Aichner (beide Harz Energie), Bovendens Bürgermeisterin Heidrun Bäcker, Bovendens Werksausschuss-Vorsitzender Dr. Reinhard Bodenburg, Northeims Bürgermeister Harald Kühne, Geschäftsführer Dirk Schaper (Stadtwerke Northeim), Bovendens Erster Gemeinderat Thomas Brandes und Tobias Schnabel (Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Northeim).

 

 

 

Hintergrund

Bereits seit über 90 Jahren versorgen die Gemeindewerke Bovenden die Menschen in ihrer Gemeinde mit Strom aus kommunaler Hand. Eine zentrale Wasserversorgung wird in einigen Ortsteilen Bovendens schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts betrieben, der Kernort erhielt jedoch relativ spät (1953) ein eigenes Wasserrohrnetz. Vor vier Jahrzehnten begann man mit der Wärmeversorgung, und seit fast dreißig Jahren können die Bürger Bovendens ihre Heizungen mit der umweltfreundlichen Energieart Erdgas betreiben.

1996 wurden die seit 1938 als kommunaler Eigenbetrieb geführten Stadtwerke in die SWN Stadtwerke Northeim GmbH umgewandelt. Als eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Northeim ist die SWN noch heute ein mit der Region und deren Bevölkerung verbundenes traditionelles Unternehmen. Als modernes Querverbundunternehmen versorgt sie mit 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 30.000 Einwohner mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke Northeim ein modernes Hallenbad mit 50 Meter Schwimmbahnen und einer Saunalandschaft.

Die Harz Energie beschäftigt an 13 Standorten im Harz, Harzvorland und Eichsfeld rund 330 Mitarbeiter, davon 33 Auszubildende. Das Unternehmen beliefert mehr als 125.000 private Haushalte, Industrieunternehmen, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen im Harz, Harzvorland und Eichsfeld mit Energie. Die Harz Energie ist ein Unternehmen der Thüga-Gruppe. Die Thüga-Gruppe ist das größte Netzwerk lokaler und regionaler Energieversorger in Deutschland. Durch Handelsaktivitäten, zentrale Beratungsleistungen und Kooperationen innerhalb der Gruppe sind Thüga-Unternehmen für den liberalisierten Markt hervorragend gerüstet.

Für die Gemeindewerke Bovenden, die Stadtwerke Northeim und die Harz Energie steht der Kunde im Mittelpunkt des Handelns. Dazu gehört eine jederzeit sichere und zuverlässige Versorgung  zu fairen Preisen. Stärke der Unternehmen ist die Kundennähe und schneller Service, aber auch das lokale Engagement in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. 

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