Harz Energie Netzgesellschaft hofft auf Einigung mit neuem Verhandlungspartner EAM


Osterode am Harz, 20. Februar 2014

Zahlreiche Stadt- und Gemeinderäte in Südniedersachsen haben im Jahr 2011 entschieden, dass nicht mehr die E.ON Mitte, sondern die regionalen oder gemeindeeigenen Versorgungsunternehmen die örtlichen Stromnetze betreiben sollen. Die neuen Konzessionsverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren traten größtenteils zum 1. Januar 2012 in Kraft.

Seitdem verhandelten die kommunalen Stadt- und Gemeindewerke bzw. Netzgesellschaften mit der E.ON Mitte über die Herausgabe von Leitungen und technische Anlagen in 90 Orten und Ortsteilen in Südniedersachsen. Im vergangenen Jahr gerieten die Verhandlungen ins Stocken, so dass die kommunalen Unternehmen den Klageweg einleiteten. Nun liegen beim Landgericht Kassel fünf Klagen gegen den bisherigen Netzbetreiber vor.

„Bis zuletzt erhofften wir uns, die E.ON Mitte zum Einlenken zu bewegen“, so Ulrich Diestel, Geschäftsführer der Harz Energie Netz GmbH. Er vermutet, dass die blockierende Haltung zur Taktik des Energiekonzerns gehörte. Immerhin befand sich das Kasseler Unternehmen auch in Verhandlungen über den Verkauf der Netzsparte von E.ON Mitte.

Dieser Verkauf wurde nun abgeschlossen. Rückwirkend zum 1. Januar ist das Stromnetz der E.ON Mitte zu 100 Prozent in kommunaler Hand. Zu den Gesellschaftern der neu gegründeten EAM gehören auch die Stadt Göttingen sowie die Landkreise Göttingen und Northeim.

Deshalb erhoffen sich die Kommunen endlich eine positive Entwicklung. „Nach der Neuausrichtung der E.ON Mitte stehen sich nicht mehr ein Konzern und kommunale Unternehmen gegenüber“  betont die Bürgermeisterin im Flecken Bovenden Heidrun Bäcker- „jetzt verhandeln wir innerhalb der kommunalen Familie, so dass ein Ergebnis zügig zu erzielen sein sollte.“ Sie fordert, dass die Verhandlungen schnell wieder aufgenommen und sachlich und fair zu Ende gebracht werden. „Es wird Zeit, dass unsere Unternehmen ihre Pflichten und Rechte aus den neuen Konzessionsverträgen leben können“, so Bäcker.

Die Ratsgremien von Bovenden, Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Katlenburg Lindau, Moringen, Northeim, Uslar sowie Teilen der Samtgemeinde Gieboldehausen haben mit der Entscheidung über neue Konzessionsverträge im Jahr 2011 den ersten Schritt zu einer bürgernahen Energieversorgung gemacht. Bäcker erwartet von den Gesellschaftern der neuen EAM nun auch den Interessen der Kommunen in der Region zu folgen und den Schwebezustand zu beenden -  „wenn nicht jetzt, wann dann?“

Auch Diestel erhofft sich von den neuen Gesellschaftern ein Besinnen auf die kommunale Stärke. Die kommunalen Versorgungsunternehmen sehen sich ihrer Verantwortung im Bereich der Daseinsvorsorge verpflichtet - zum Wohle der Bürger ihrer Stadt oder Gemeinde. Als Arbeitgeber sowie als Partner der heimischen Wirtschaft gehören sie zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region.

 

Hintergrund:

Neben den Gemeindewerken Bovenden fordern die Stadtwerke Einbeck, Uslar, Leine Solling (Moringen) und Northeim, die Versorgungsbetriebe Hann. Münden, die Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft und die Harz Energie Netz von der E.ON Mitte die Übertragung der Stromverteilnetze in insgesamt 90 Orten und Ortsteilen in Südniedersachsen.

Zwischen 2010 und 2012, zum Ablauf der Konzessionsverträge mit der E.ON Mitte, trafen die Stadt- oder Gemeinderäte von Bovenden, Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Katlenburg Lindau, Moringen, Northeim, Uslar sowie Teilen der Samtgemeinde Gieboldehausen jeweils die demokratische Entscheidung, dass die kommunalen Energieversorger die örtlichen Stromverteilnetze betreiben sollen. Auf Grundlage eines derartigen diskriminierungsfreien und transparenten Konzessionsverfahrens muss der bisherige Netzeigentümer das Energieverteilnetz an den ausgewählten Energieversorger herausgeben. Die Belieferung der Einwohner mit Strom ist aufgrund der gesetzlichen Vorgaben hingegen nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

Die Streitwerte der acht Klagen werden insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen. Eine genaue Höhe kann derzeitig jedoch nicht beziffert werden.

 

Ortsliste der Konzessionen

Gemeindewerke Bovenden
GmbH & Co. KG

37120 Bovenden

Emmenhausen
Harste
Lenglern
Reyershausen
Billingshausen
Spanbeck

Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungs-GmbH

37115 Duderstadt

 

Breitenberg

Brochthausen
Desingerode

Esplingerode

Fuhrbach

Hilkerode

Immingerode

Langenhagen

Mingerode

Nesselröden

Tiftlingerode

Werxhausen

Westerode

Stadtwerke Einbeck GmbH

37574 Einbeck

Avendshausen

Buensen

Dassensen

Dörrigsen

Drüber

Edemissen

Holtensen

Hullersen

Iber

Immensen

Kohnsen

Odagsen

Rotenkirchen

Rengershausen

Strodthagen

Sülbeck

Vardeilsen

Stadtwerke Leine-Solling GmbH

37186 Moringen

Behrensen

Blankenhagen

Fredelsloh

Großenrode

Lutterbeck

Nienhagen

Oldenrode

Thüdinghausen

SWN Stadtwerke Northeim GmbH

37154 Northeim

Berwartshausen
Bühle
Denkershausen

Edesheim

Hammenstedt

Hillerse

Höckelheim

Hohnstedt

Hollenstedt

Imbshausen

Langenholtensen

Lagershausen

Schnedinghausen

Sudheim

Stöckheim

Stadtwerke Uslar GmbH

37170 Uslar

Ahlbershausen

Bollensen

Delliehausen

Dinkelhausen

Eschershausen

Fürstenhagen

Gierswalde

Kammerborn

Offensen

Schlarpe

Schönhagen

Schoningen

Sohlingen

Vahle

Verliehausen

Volpriehausen

Wiensen

Versorgungsbetriebe
Hann. Münden GmbH

34346 Hann. Münden

Hedemünden
Hemeln
Laubach
Lippoldshausen
Mielenhausen
Oberode
Volkmarshausen
Wiershausen

Harz Energie Netz GmbH

37520 Osterode am Harz
 

Flecken Gieboldehausen
Katlenburg-Lindau
Krebeck
Rhumspringe
Wollbrandshausen
Wollershausen

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