Wintersportsaison steht nichts im Weg


Osterode am Harz, 17. Dezember 2015

Versorgungssicherheit erhöhen und Kosten minimieren – das sind die beiden wichtigsten Ziele für den Austausch der Freileitungen durch Erdkabel zwischen Königskrug und Oderbrück. Im Juli 2015 begann die Harz Energie Netz GmbH mit der Erneuerung der Strom-Mittelspannungsleitung – inzwischen ist der erste und größte Bauabschnitt fertiggestellt.

Von Königskrug nach Oderbrück: Mit einer Strecke von etwa vier Kilometern war der erste Bauabschnitt nicht nur der längste, sondern zugleich auch der wichtigste. Denn dieser Bereich verläuft zum Teil durch den Nationalpark Harz und verfügt über eine Loipe, die Wintersportler in den verschneiten Harz locken soll. Vier Monate also, in der das Erdreich ausgehoben, Leitungen verlegt und Gräben wieder verfüllt werden müssen. Eine zeitliche Herausforderung, die die Netzgesellschaft gut gemeistert hat.

Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen, die Loipe kann gespurt und der Winterbetrieb aufgenommen werden. Derzeit demontiert die Netzgesellschaft die Leiterseile der Freileitung, um eine störungsfreie Wintersportsaison garantieren zu können.

Zu Verzögerungen kommt es jedoch bei dem zweiten und dritten Bauabschnitt. Besonders das zweite Teilstück, welches vom Parkplatz Oderbrück Süd nach Oderbrück Nord verläuft, stellt die Mitarbeiter vor Herausforderungen. Bei Bohrungen, die unter der Oder durchgeführt werden mussten, führten massive Gesteinsschichten zu einem Abriss des Bohrers in sechs Metern Tiefe.

Bevor die Arbeiten fortgesetzt werden können, muss der Bohrer geborgen werden. Ob dann an dem Bohrloch weiterbearbeitet werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen, genauso wie die daraus resultierenden Kosten für den Tiefbau. Der Schaden für den Bohrer wird auf 10.000 bis 14.000 Euro beziffert.

Bauleiter Jan-Christoph Ernst lobt die gute Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Harz. „Von Beginn an arbeiten wir Hand in Hand. Bereits im Vorfeld wurde konstruktiv an der Trassenplanung mitgewirkt und auch für die Verzögerungen wird großes Verständnis gezeigt.“

Insgesamt fünf Kilometer Freileitungen werden bei Fertigstellung der drei Bauabschnitte durch 20.000-Volt-Erdkabel ersetzt. Zugleich wurde der Graben für eine neue Trinkwasserleitung genutzt, die Städtischen Betriebe Braunlage beteiligten sich mit der Verlegung von Abwasserrohren. Durch die gemeinsame Verlegung konnten nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch die Kommunen erhebliche Kosten bei der Planung, den Erdarbeiten und der Verlegung einsparen.

Mit der Verlegung der Erdkabel hat auch die Turmstation in Oderbrück nach 49 Jahren ausgedient. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Freileitung im kommenden Jahr nach und nach zurückgebaut. Insgesamt 130 Masten verschwinden dann aus dem Landschaftsbild im Harz.

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