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Empfehlung zum Umgang mit Trinkwasser nach längerem Stillstand in der Trinkwasserinstallation

(vom 12.05.2020)

Harz Energie empfiehlt mehrere Vorgehensweisen zur Vorbeugung von Verkeimung.

Aufgrund der  angeordneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 wurden zahlreiche Einrichtungen und Gebäude auf unbestimmte Zeit geschlossen. Wird ein Gebäude längere Zeit nicht oder nur eingeschränkt genutzt, hat dies zur Folge, dass das Wasser in der Trinkwasserinstallation des Gebäudes nicht regelmäßig ausgetauscht wird. Die Stagnation des Wassers kann zu einer Verkeimung, also zu einem Aufwachsen von Bakterien mit Bildung von Biofilmen in den Trinkwasserleitungen, führen. Wird ein Gebäude dann nach längeren Zeiten mit Stagnation wieder in Betrieb genommen, ist die einwandfreie Beschaffenheit des Trinkwassers gemäß Trinkwasserverordnung nicht mehr sicher gewährleistet, was mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko der Verbraucherinnen und Verbraucher, beispielsweise durch Legionellen, einhergeht.

Harz Energie empfiehlt daher folgende Vorgehensweisen:

  • Lassen Sie das Trinkwasser vor der Benutzung ablaufen, bis sich die Temperatur nicht mehr verändert
  • Kaltwasser sollte fühlbar kalt, Warmwasser fühlbar heiß sein (Fingertest). Diese Maßnahme gilt insbesondere, wenn das Trinkwasser länger als 4 Stunden in der Trinkwasserleitung stand
  • Bei Anlagen zur Warmwassererzeugung sind Vorkehrungen zum Schutz vor einem Legionellenbefall angeraten

Bei Fragen und Unsicherheiten stehen die Harz Energie Netz GmbH, die zuständige Behörde und auch die jeweiligen Wasserinstallateure mit fachlichem Rat zur Verfügung.

Rechtlicher Hintergrund:

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) bestimmt, dass die betreibende Person einen ordnungsgemäßen Umgang mit einer Trinkwasserinstallation gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik sicherzustellen hat. Des Weiteren hat die betreibende Person unter bestimmten Voraussetzungen die Verpflichtung, das Trinkwasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen zu lassen (§ 14b TrinkwV). Über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers hat die betreibende Person die Verbraucher*innen in geeigneter Form zu informieren (§ 21 TrinkwV). Von der Erfüllung der oben genannten Pflichten sind zahlreiche Betriebe und Einrichtungen betroffen, vor allem Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Gasthäuser, Ferienwohnungen und -häuser, Erholungs- und Ferienheime, Jugendherbergen und Campingplätze, aber auch Kitas und Schulen, Turnhallen, Sportstätten, Schwimm- und Freizeitbäder, Fitness-Studios und andere. Fazit: Durch das Ablaufen lassen von Trinkwasser kann jede und jeder das Erkrankungsrisiko aufgrund einer Verkeimung des Trinkwassers nach längerem Stillstand reduzieren.

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